Sonntag, 31. August 2014

Wenn die anderen nicht wären

Mit neuen Arbeitswegen entdeckt man auch neue Macken, die einen an anderen Autofahrern nerven. Da ich ja schon nicht verstehe, warum man vor grünen Ampeln langsamer wird, kann ich leider auch nicht nachvollziehen, warum das Gleiche in Tunneln passiert.

Aber Autofahrer, die stur auf der linken Seite bleiben, obwohl rechts frei ist, dürften dennoch einen absoluten Ehrenplatz in meiner persönlichen Nervliste haben. Vor allem weil es meistens auch die sind, die höchstens an der erlaubten Geschwindigkeitsmarke kratzen. (Es stört mich weniger, dass sie langsam fahren, aber durch das Ignorieren des Rechtsfahrgebotes halten sie den kompletten Verkehr auf und provozieren auch den einen oder anderen zum Rechtsüberholen.)

Freitag, 29. August 2014

Digitales Aufräumen

Es ist erstaunlich, wie viel E-Mails man weniger bekommt, wenn man sich konsequent von allen Newslettern abmeldet, die man tatsächlich nicht aufmacht. Man könnte auch sagen deprimierend, denn plötzlich ist nicht bei jedem Refreshen eine neue Nachricht da.

Donnerstag, 28. August 2014

Gruppendynamik

Was ich übrigens sehr faszinierend finde, ist die Tatsache, dass man sich bei Bustouren für einen Platz im Bus entscheidet und diesen nach jedem Stopp wieder einnimmt. Ich bin ja fast versucht, einmal auszuprobieren, was passiert, wenn man nicht an den "richtigen" Platz zurückkehrt und sich auf den Platz eines Mitfahrers setzt...

Sonntag, 24. August 2014

Sushi für Anfänger

Am Samstag war ich bei einem Sushiladen bei mir in der Umgebung. Es ist einer dieser Sushiläden, in denen man um ein Band herumsitzt und so bekommt man zwangsläufig sehr viel von den Unterhaltungen der Nachbarn mit.

Zum Beispiel die drei Teenager, die zum allerersten Mal in ihrem Leben Sushi probierten und vorher wirklich gar keine Infos gehabt haben dürfen. Der eingelegte Ingwer wurde als Kohl identifiziert und die Tofutaschen äußerst vorsichtig begutachtet, da ihnen Tofu nur als Fleischersatz bekannt war. Erschwerend kam noch hinzu, dass sie ihr Taschengeld für diesen Versuch opferten und sich somit nur die günstigsten Dinge auf dem Band leisten konnten. Aber ich fand wirklich bemerkenswert, wie sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten verschiedene Dinge einfach ausprobierten. Ich wäre als Teenager wahrscheinlich nicht Sushi essen gegangen.

Sie konnten auch nicht mit Stäbchen essen, aber das ließ sich auch von der Familie auf meiner anderen Seite sagen. Diese schafften es zwar, die Stäbchen in nur einer Hand zu halten - die Teenager handhabten die Hölzer analog zu Messer und Gabel - aber beide Stäbchenteile waren beweglich, sodass ich mich ein wenig wunderte, wie man es schaffte, damit zu essen.

Ich gab den Teenagern zwar ein, zwei Hinweise zum Sushi-Essen, aber da ihnen das schon peinlich war, wie es eben Teenagern in diesem Alter immer peinlich ist, begnügte ich mich mit der Rolle des stillen Beobachters. Sie verließen vor mir das Restaurant, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie wiederkommen werden.




Freitag, 22. August 2014

Zum Start der Bundesliga-Saison

Fußballfloskeln wörtlich genommen:


Donnerstag, 21. August 2014

Billy Joel - We didn't start the fire

Sehr nette Zusammenstellung:


Montag, 18. August 2014

Herausforderungen

Mein neues Büro hat etwas von einer Currywurstbude. Glasscheiben überall und das Fenster zum Gang sieht aus wie eine Currywurstbudentheke. Weswegen immermal wieder von den Kollegen an die Scheibe geklopft wurde und nach Pommes rot-weiß oder ähnlichem gefragt wurde. Natürlich hatten auch alle, die vorbeigingen einen wunderbaren Blick auf die Arbeitsbildschirme.

Nachdem nun mein Bürogenosse ausgezogen ist, habe ich die Fenster mit Milchglasfolie dicht machen lassen. Auch den unteren Teil des "Thekenfensters". Was dazu führt, dass die Kollegen dies als Herausforderung sehen und hochspringen, um mir zuwinken zu können.

Dienstag, 12. August 2014

RIP - Robin Williams

Falsche Eindrücke

Anderthalb Monate im neuen Job. Der Bürogenosse und ich sitzen bereits kurz nach acht konzentriert an unseren Rechnern. Der Leiter der Rechtsabteilung kommt vorbei:

Rechtsabteilung: Seid ihr über Nacht geblieben oder sitzt ihr schon wieder hier?

Lillibelle: Natürlich sitzen wir schon wieder hier.

Bürogenosse: Wir müssen das sagen.

Samstag, 9. August 2014

Gruppendynamiken

Die Reisegruppe entscheidet sich, erst einmal im Hotel einzuchecken und sich etwa eine Stunde später wieder am Bus zu treffen. Der Raucheranteil der Gruppe ist schon früher da, setzt sich auf die Terrasse des Hotels, den Bus im Blick und wartet auf die anderen.

Die anderen versammeln sich in der Lobby des Hotels, ebenfalls mit Blick auf den Bus.

Beide Gruppen können einander nicht sehen.

Freitag, 1. August 2014

Twitterlieblinge - April - Juli 2014

rock_galore
Kind2(7) tanzt, den Eierschneider als Harfe benutzend, durchs Wohnzimmer und singt fröhlich "Meine Karriere ist ruiniert". Thursday as usual.

UteWeber
Erfinde ein völlig nutzloses, sehr lautes Gerät für den Garten. Seine schiere Existenz wird es unverzichtbar, begehrt und mich reich machen.

herrrpunkt
Die Professionalität einer Arbeitsumgebung erkennt man auch an telefonischen Auskünften wie: "Der ist gerade nicht da, der ist k*cken!"

Buddenbohm
Ich: "Na, wie ist es so? Was machst du?"
Sohn II: "Ich stehe vor dir und beantworte Fragen."

Nicht einfach mit logisch denkenden Kindern.

DonDahlmann
Eines Tages werden Kriege ausbrechen, weil das VERDAMMTE INTERNET ZU LANGSAM IST.

drhuch
Das Eierfach im Kühlschrank bietet Platz für 7 Eier. Macht Sinn. Schließlich kauft man Eier hierzulande ja in handelsüblichen 7er-Kartons.

GebbiGibson
Ich verlange nicht viel vom Leben. Nur ein Penthouse am Strand von L.A., von dem aus man nachts über die Dächer von Paris schauen kann.

HausOhneFenster
Wenn es eine Nationalelf gibt - was machen dann Nationaleins bis Nationalzehn?

peterbreuer
Seit 30 Minuten in Österreich. Erster Eindruck: Die Bewohner verschenken mit den klobigen Bergen enorm viel Platz.

Jetteken
Der Mensch gegenüber ist mir so unsympathisch, ich verrate ihm gleich das Ende von seinem Buch.

Einstueckkaese
Die Autokorrektur machte eben aus "Sturm" ein viel hübscheres "Stürm". Ich erwäge einen Anruf beim Duden.

katjaberlin
hätten wir das mit der iban vorher gewusst, hätten wir die banken vielleicht doch nicht mit unseren steuergeldern gerettet.

pourmecoffee
I really wish Star Trek hadn't skipped over the part about how Earth became a peaceful planet. That seems like useful information right now.

__Eule__
Ich habe mir mal die Arbeit gemacht und den Countdown Alphabetisch sortiert:
8,3,1,5,9,0,6,7,4,10,2

StatsBritain
100% of English football supporters are 0% surprised.

GebbiGibson
In unserem Akademiker-Viertel gibt es keinen Autokorso. Wir rascheln alle nur kollektiv laut mit dem Feuilleton der "Zeit".

dogfood
Beim Blick auf den WM-Spielplan wusste ich sofort: die Kantersiege der Gruppenphase wirds bei ESP-NED und GER-POR geben. Lag auf der Hand.

dasnuf
Ein Eis macht noch keinen Sommer.

rock_galore
Nur noch ein Produkt mit Gratisfanschminke kaufen und ich kann das Haus neu streichen. Nur halt in Scheißfarben. Für ein Haus.

dogfood
2014. TV-Anstalten sind weiterhin überrascht, dass man ihre Reporter in lauten Umgebungen nicht versteht.

arte_fakt
"Macht ihr auch was mit Kaffee oder Bier?" - "Ja, trinken."

Snow_One
Dafür, dass meinem Zeitgefühl nach Silvestor vor 2 Wochen war, ist's ja schon ziemlich Juni.

Ingeborch
Mann: "Ah, Welch wunderbare Stille. Endlich hast du das Gejammer eingestellt." Natürlich. Nur Idioten planen ihre Morde laut hörbar.

madame_tam_tam
Früher Angst gehabt vor dem Monster unterm Bett, heute Angst, sich mit den Ladekabeln im Schlaf zu strangulieren. Manches ändert sich nie.

dasnuf
Ich packe den Kofferraum nicht wie bei Tetris. Jeder weiß, was passiert, wenn die Reihe voll ist.

HausOhneFenster
Ich braucht euch gar nicht zu beschweren, den Leute in den Doku-Soaps geht es viel schlechter!!!

Frau_NPunkt
Der Vorteil als Jungsmutter ist ja, dass man den Unterschied zwischen Battledroiden und Superkampfdroiden kennt.

Snow_One
Einen Großteil meiner Zeit auf der Couch verbringe ich damit, die lange Zeite bei meinen Decken zu finden.

kass_andra
man kann auf Bochums Straßen heute doch sehr deutlich erkennen, wer morgens auf die Wetter-App und wer mal nach draußen geguckt hat.

herrrpunkt
Ich bin ja dafür, die eine Stelle im Garten mit 3G Empfang mit einem großen Kreuz zu markieren. Oder einer 2ten Terrasse.

charlie_whiting
Race Control: @justinbieber has been spotted at the Amber Lounge. Cost control is no longer the most imminent threat to the future of #F1.

Snow_One
Hey I just met you and this Is crazy but here's my KOFFERRAUM...SIE WERDEN DICH NICHT FINDEN...
Niemand wird dich finden!!
Du bist bei mir.

HausOhneFenster
Im Grunde gibt es immer nur zwei Möglichkeiten: das falsche Pferd oder der falsche Dampfer.

Jetteken
Tageserkenntnis:
1. Blut lässt sich schwerer entfernen, als Wasser.
2. Kleingeschnittene Dinge lassen sich leichter transportieren.

jotemha
Frauen vergessen nicht, sie archivieren.

Raider40oz
I'm so old, I can remember going through a whole day without taking a picture of anything.

MaoriHH
Geld macht nicht glücklich. Aber man könnte damit sehr viel Land um sich herum kaufen, das niemand betreten darf.

Buddenbohm
Hier sind vier wache Kinder. Das sind gefühlt zwölf zuviel.

Dienstag, 22. Juli 2014

Neuanfang



In mancherlei Hinsicht ist ein Job wie eine Beziehung.

Das erste Aufeinandertreffen – ein Praktikum, dass zu einer studentischen Aushilfstätigkeit wurde.

Der große Krach – die Entlassung aus wirtschaftlichen Gründen.

Die Versöhnung – Wiedereinstieg nach dem Studium, weil man nicht so recht wusste, was man jetzt will und wie es nun weitergehen soll.

Und dann kommt plötzlich die Frage aus heiterem Himmel – eine Beförderung, und man stellt fest, dass die Übergangslösung wie alle Provisorien zu einem Dauerzustand geworden ist. Allerdings einem Dauerzustand, der irgendwie passt und so sagt man zu.

Über die Jahre schleichen sich Routinen ein und die alltäglichen Dinge werden öde. Skurrilitäten und Merkmale, die am Anfang charmant waren, nerven irgendwann einfach nur und plötzlich ist man gefangen in Verantwortlichkeiten und Aufgaben, die man so gar nicht mag und die natürlich alle gleichzeitig auf einem einprasseln. In unserem neudeutschen Coachingwahn wäre es wohl eine Mischung aus Burn-out- und Bored-out-Syndrom.

Der Wunsch nach Veränderung wächst und nagt und irgendwann ist Wunsch gar nicht mehr das richtige Wort, dieses Verlangen nach einem Ende zu beschreiben.

Man dated fremd – zunächst die wahnwitzige Frustration von Bewerbungsschreiben und Absagen, dann die Vorstellungsgespräche unter dem Deckmantel von Arzt- und Werkstattterminen.

Bis es schließlich soweit ist: Man findet etwas anderes. Und auch wenn der Gedanke mitschwingt, dass das Neue vielleicht nur deswegen das Richtige ist, weil es einfach nicht das Altbekannte ist, so fühlt es sich doch an wie eine Befreiung und mehr will man im Augenblick nicht.

Das Trennungsgespräch – ewig hat man sich ausgemalt, wie es verlaufen würde. Diskussionen erwartet, Fragen, möglicherweise den Wunsch, die Bitte, doch nicht zu gehen, doch natürlich waren all die schlaflosen Nächte umsonst. 15 Jahre Zusammenarbeit enden in einem fünfminütigen Gespräch und 4 Wochen Zeit, alles so zu übergeben, dass jemand anderes einen problemlos ersetzen kann.

Die letzten Tage sind schräg: Einerseits diese Erleichterung, dass es nur noch zählbare Stunden sind, bis es wirklich vorbei ist, andererseits in mancherlei Hinsicht das Vermissen. Nicht das große Ganze, nein, aber die Kollegen. Und man redet einander gut zu, dass man ja nicht aus der Welt ist, aber letztendlich weiß man, dass es in vielerlei Hinsicht der Arbeitgeber war, der einen verbunden hat. Und wie schlecht man darin ist, Kontakte mit Menschen zu halten, die einem nicht wirklich nahe stehen.

Der Abschied – eine letzte Hoffnung für den letzten Tag: Dass man ihn übersteht, ohne in Tränen auszubrechen. Und das gelingt, zumindest bis man im Auto sitzt und schon längst unterwegs ist, den Schlüssel auf dem Tisch zurückgelassen, die eigenen Sachen eingepackt. Wenn die Abschiedsgeschenke fixiert sind und man die Straße zurückgelassen hat mit ihrer komischen 30er-Zone und den Parkplätzen unter den Bäumen, die einem im Sommer immer das Auto verklebt haben. Erst wenn das schon eine Weile hinter einem liegt, dann fließen die Tränen. Und man könnte noch nicht einmal so richtig sagen warum. Erleichterung, Abschied, das Ende eines Lebensabschnitts?

Der Neue – es liegen noch ein paar Tage zwischen altem und neuem Job, aber das passt schon. Auch nach zwei Monaten passt es noch, das reicht erst einmal.

Donnerstag, 3. April 2014

Kopfschütteln

In der Post:

Zahlungserinnerung, datiert vom 01.04.2014

Im Text dann: Zahlungseingänge berücksichtigt bis 07.03.2014.


Mittwoch, 2. April 2014

Twitterlieblinge - März 2014

HausOhneFenster
Streikbanner bei DHL: "Jeder hat sein Päckchen selbst zu tragen".

peterbreuer
Aus Mücken gemachte Elefanten erkannt man an den winzigen Flügelchen auf dem Rücken.

kass_andra
dieses wunderbare Gefühl, im frisch bezogenen Bett zu liegen, koste ich mit einem seit-2-stunden-nicht-schlafen-können richtig aus.

klatschrose
okay, bei den wochentagen bin ich raus, aber das mit den jahreszeiten bekomme ich jetzt wieder mit.

herrrpunkt
Kollegen, die Posteingangsstempel auf einen Klebezettel machen anstelle auf das Dokument, aber dann den Zettel daran festtackern. #Hilfe

UteWeber
Letzte Fragen:
Kennt jemand einen, der irgendwo tot überm Zaun hing?
Gibt es dabei tatsächlich bevorzugte Ort?
Was sagen die Zäune?

Jetteken
Das heutige 'müde' gibt es in den Varianten 'hunde' und 'tot'.

MichPant
Früher, da habe ich mich noch über 3,5 Millionen Euro Steuerhinterziehung aufgeregt.

Snow_one
Früher hat man Leute für tot erklärt, die jahrzehntelang vermisst waren, heute reicht "zuletzt online vor 3 tagen".

Fryguy64
I'm not closed-minded, I just require a slightly higher burden of proof than a fucking moron.

crieger
Wenn die #Cebit jetzt nur noch für Fachbesucher ist, was zur Hölle macht dann Angela Merkel dort?

HausOhneFenster
Wenn man so im Bett liegt, kommt einem der aufrechte Gang völlig unsinnig vor.

bov
"Du bist aus Schwaben?"
"Ähm...?"
"Diese Lewitscharoff ... wir hatten ja keine Ahnung, was ihr da unten durchgemach... - Willkommen in Berlin!"

rock_galore
Radio: "...schreckliche Zahlen aus Amerika..."
Kollege: "3! UND 5!"
Für solche Momente wurden Großraumbüros erfunden.

Einstueckkaese
"Chef, ich müsste für die 30km das Taxi nehmen. Im RegionalExpress sitzen Leute, die keine indirekte Rede beherrschen."

Anruf beim Amt

Zur Klärung einer bestimmten Sache musste ich beim Amt anrufen. Ich hatte eine direkte Durchwahl und versuchte es zwei Tage lang im Halbstundentakt - ohne wenigstens einmal ein menschliches Wesen an den Hörer zu bekommen. Am dritten Tag versuchte ich es gegen Mittag dann einmal über die Zentrale, die mir mitteilte, dass auf dieser Leitung gerade telefoniert werden würde. Wenige Minuten später rief ich also noch einmal an und - Wunder über Wunder - errreichte tatsächlich jemanden. Der aber mehr oder minder sofort erwiderte, dass er gar nicht zuständig sei. Eine Verbindung zu dem tatsächlich Zuständigen scheiterte dann allerdings daran, dass dieser schon nicht mehr im Hause weilte.

Ich habe dann ein Fax geschickt.

Donnerstag, 27. März 2014

Wunschkonzert

Ich habe im Januar einen Finnischkurs angefangen. Sehr spannend neben der Sprache sind natürlich auch die Gründe, warum sich Menschen entschließen, diesen Kurs zu besuchen. Eine der Teilnehmerinnen tut es für ihre neue Schwiegertochter, die Finnin ist (was ich prinzipiell sehr süß finde).

Nun ist Finnisch nicht gerade als die einfachste Sprache der Welt bekannt und konfrontiert mit den ersten Tücken der finnischen Verben, bekomme ich mit, wie sie sich beim Abholen bei ihrem Mann beschwert: "Nichts gegen [Sohn], aber hätte es nicht auch eine Französin sein können?"

Dienstag, 25. März 2014

Tücken der Technik

Am Ende eines zehntägigen Dramas ohne Internet mit Technikerbesuch, Routeraustausch und der Feststellung, dass mein Telefon nicht mit dem neuen Router kann und der weiteren Feststellung, dass ich im Moment nicht den Nerv dafür habe, herauszufinden, woran es liegt, habe ich mir also ein neues Telefon gekauft.

Was dann dazu führte, dass ich mich im Bett liegend wunderte, was denn die Nachbarn schon wieder für ein neues technisches Gerät haben, welches so komische Geräusche macht. (Die Wände sind leider in mancher Hinsicht sehr hellhörig.)

Bis mir irgendwann die Erkenntnis kam, dass das mein neues Telefon ist. Aber da hat der am anderen Ende schon aufgelegt.

Samstag, 22. März 2014

Unentschlossen

Parken.
Tiefgarage verlassen.
Plötzlicher, heftiger Regenschauer.
Zurücklaufen zum Auto, Regenschirm holen.
Tiefgarage verlassen.
Kein Regen mehr.

Donnerstag, 20. März 2014

Twitterlieblinge Februar 2014

Ja, ja, ich bin spät dran.

Ingeborch
Frühling. "Sommer". Herbst. "Winter".

rock_galore
15 Minuten umziehen, 18 Minuten Kopfhörerkabel entwirren, 10 Minuten Crosstrainer. Ich sollte ein Fitnessvideo auf den Martk bringen.

Snow_One
Was mir diese Welt madig macht, ist, dass 80% der Schoko Müslis vom Mischungsverhältnis her totale Scheiße sind.

DonDahlmann
Abhörsicher ist das neue "Die Renten sind sicher". Oder für die sehr viel älteren "Praktisch unsinkbar".

Buddenbohm
Meine aktuelle Versuchsreihe scheint zu belegen, dass ich nach mehr Schlaf deutlich wacher am Morgen bin. Interessant! Ich bleibe dran.

klatschrose
"ja, er hat nett gelächelt. aber die sachen in seinem einkaufswagen waren viel zu gesund."

extra3
Update: Mittlerweile steht #Gabriel, hinter dem bekanntlich #Merkel steht, hinter #Oppermann. Bald haben wir eine anständige Polonaise.

schlenzalot
Landwirtschaftsminister Friedrich tritt zurück.
Angeblich hat er Äpfel mit Birnen verglichen.

UteWeber
Das Austauschen besorgter Blicke, wenn ein Haushaltsgroßgerät plötzlich merkwürdige Geräusche macht, so etwas schweißt ein Paar zusammen.

Jetteken
Es gibt zwei Sorten von Menschen: die einen machen auf, wenn man klingelt und die anderen schalten das Licht aus und stellen sicht tot.

Goganzeli
Ab welchem Alter kann man Pärchen damit konfrontieren, dass es den Valentinsmann gar nicht gibt?

rock_galore
"Was sind ihre Stärken?"
"Ich kann gut ficken."
"Wir mel... WAS?"
"Ich sagte, ich bin gut im Erregen von Aufmerksamkeit."

HSV
Schiri Aytekin pfeift die 1. Halbzeit ab. Ganz ehrlich: Das ist das Beste an den ersten 45 Minuten. #HSVBSC

NeinQuarterly
First German politicians weren't writing their own dissertations. Then not paying their taxes. Nest they won't be telling their own lies.

klatschrose
kommst du noch mit hoch kopfhörerkabel entknoten?

klauspeukert
"Knüller: NSA hörte auch Kanzler Schröder ab" - Was zur Hölle habt ihr an "Jeden. Alles. Immer. Überall" immer noch nicht verstanden?

HausOhneFenster
Menschen, die ich noch nie gesehen habe, rufe ich immer zu "Ich habe Dich entdeckt" und gebe Ihnen Namen.

Samstag, 22. Februar 2014

Eine kleine große Dummheit

Evi Sachenbacher-Stehle wurde positiv auf Methylhexanamin getestet, ein Stimulanz, welches seit 2010 von der WADA verboten ist. Sachenbacher-Stehle führt den Befund auf Nahrungsergänzungsmittel zurück, die sie auf Anraten ihres Ernährungsberaters zu sich genommen hat. Sie hat diese Nahrungsergänzungsmittel auf den Dopingtestformularen aufgeführt. Ihre üblichen Mittel hatte sie von einem Labor testen lassen, das Ergebnis war negativ. Ihr Ernährungsberater hat ihr weitere Mittel gegeben, mit der Versicherung, dass diese auch sauber seien.

Methylhexanamin ist ein Stoff, der in weiten Teilen der westlichen Welt bereits verboten wird, aber illegalerweise bei Nahrungsergänzungsmitteln und Schlankmachern eingesetzt wird. Im Jahr 2012 entfielen 45 % der Dopingfälle mit Stimulanzien auf diesen Stoff.

Sachenbacher-Stehle sagte aus, dass sie über die Gefahren von Verunreinigungen informiert war und auch über die Möglichkeit, dass eine saubere Probe bei einer Charge nicht bedeutet, dass eine andere nicht verunreinigt sein könnte. Der Deutsche Skiverband hat darauf hingewiesen, dass alle Athleten aufgefordert wurden, nur Nahrungsergänzungsmittel von Herstellern zu sich zu nehmen, mit denen der DSV einen Vertrag hat. Der Ernährungsberater von Sachenbacher-Stehle hat nichts mit dem Deutschen Sportbund zu tun.

Quellen: IOC Disciplinary Commission Decision, Informationsseite der Deutschen Sporthochschule Köln, German Road Races e.V.

Eine Ex-Kollegin von mir war einmal mit einem Profi-Fußballer verbandelt. Niemanden, den man kennen müsste, sein höchstklassigster Verein war in der Zweiten Bundesliga. Aber sie erzählte, dass sie ihm noch nicht einmal eine Aspirin gegen Kopfschmerzen geben konnte, ohne dass der Mannschaftsarzt seine Zustimmung gegeben hatte.

Wenn also in einer Sportart wie Fußball, die nun wirklich nicht zu Vorreitern in Sachen Dopingwahrnehmung und -bekämpfung gehört, ein Sportler so penibel darauf achtet, was er zu sich nimmt, dann erwarte ich bei einer Sportart, bei der leider ein gewisser Dopingverdacht schon zur Grundannahme in der öffentlichen Wahrnehmung gehört, eigentlich eine noch größere Sorgfalt.

Vor allem wenn vor Nahrungsergänzungsmitteln gewarnt wird. Vor allem wenn man um die Gefahren weiß. Vor allem wenn man schon einmal mit einem Dopingverdacht behaftet war.

Man kann sie jetzt naiv nennen. Man kann von Pech reden. Man kann es als Dummheit bezeichnen. Aber letztendlich sind die Anti-Doping-Regeln eindeutig: Der Athlet ist für das verantwortlich, was man in seinem Körper findet. Und jemand, der seit Jahrzehnten Leistungssport betreibt, muss das auch wissen.

Dienstag, 4. Februar 2014

Werte Frau Schwarzer,

Sie schreiben "in eigener Sache" darüber, dass Sie Steuern hinterzogen haben und sich mit Selbstanzeige und Zahlung von 200.000 Euro aus der Affäre gezogen haben. Sie beklagen Rufmord und berufen sich aufs Steuergeheimnis.

Rufmord definiert der Duden als böswillige Schädigung des Rufes, des Ansehens eines anderen (durch Verleumdungen). Verleumdungen definiert Wikipedia als ehrverletzende Behauptungen, obwohl man weiß, dass sie unwahr sind.

Sie haben Steuern hinterzogen. Genau das hat der Spiegel berichtet. Damit fällt die Berichterstattung nicht unter Rufmord.

Das Steuergeheimnis: Eine nette Sache. Ebenso wie die Amnestie für Steuersünder bei Selbstanzeige. Übrigens standen beim Spiegel keine genauen Summen, die Zahl haben Sie genannt. Es stand auch nicht da, was für Einnahmen Sie haben, dass Sie auf einem Konto soviel Geld ansammeln können, dass die Verzinsung Steuern in solcher Höhe auslöst. Das ist mir, ehrlich gesagt, auch relativ egal.

Was mir nicht egal ist, ist die Tatsache, dass jemand Gelder aus der öffentlichen Hand in Anspruch nimmt und besagte öffentliche Hand seit Jahrzehnten betrügt. Und vor allem nur für das gerade steht, was noch nicht verjährt ist.

Was mit nicht egal ist, ist die Tatsache, dass jemand, dessen Ansichten oft sehr polarisierend sind, der Verfehlungen geißelt, seine eigenen Verfehlungen mit dem lapidaren Hinweis, dass sich sein Unrechtsbewusstsein in diesem Punkt erst in den letzten Jahren geschärft hat, kleinredet. Die Frage darf erlaubt sein: In welchen Punkten muss sich ihr Unrechtsbewusstsein auch noch schärfen?

Vielleicht in der oben genannten Diskussion um den "Rufmord"? Es sind nicht wenige, die Ihnen jetzt den Namen Kachelmann entgegenrufen. Denn Ihre Berichterstattung dazu entsprach sicherlich nicht den Qualitätsstandards von ausgewogenem Journalismus.

Die aktuellen Meldungen haben nichts mit Ihren aktuellen Kampagnen zu tun, auch wenn Sie Ihrer Glaubwürdigkeit schaden. Doch lassen Sie uns ehrlich sein: Das haben Sie selbst zu verantworten. Sie haben über zwanzig Jahre lang Steuern hinterzogen, diese Entscheidung hat weder der Spiegel getroffen, noch irgendein anderer Kommentator, der Ihnen jetzt Ihre moralische Rechtschaffenheit abspricht.

Und wo wir gerade so ehrlich sind: Ihre Glaubwürdigkeit hat bereits tiefe Kratzer abbekommen, als Sie sich mit der Bild-Zeitung eingelassen haben. Aber wie Ihre Stellungnahme zeigt, ist Selbstreflektion nicht so Ihre Sache.

Mit freundlichen Grüßen

Lillibelle

PS: Die Entscheidung für eine großzügige Spende ist leider das einzig Positive, was ich aus Ihren Reaktionen mitnehme.


Samstag, 1. Februar 2014

Twitterlieblinge - Januar 2014

Ingeborch
35% aller Deutschen haben volles Vertrauen in die USA. Leute, ihr sollt solche Fragen nicht ironisch beantworten.

UteWeber
Man darf nie die Neugier verlieren.
Es gibt immer eine Kekssorte, die man noch nicht probiert hat.

MeanwhileinCana
Synonym: A word used in place of the one you can't spell.

schlenzalot
20140131_Lebensplan_final_vs41.xls

madame_tam_tam
Wenn meine Kollegin nicht da ist, setze ich mich an ihren Schreibtisch, um zu gucken, wie mein Arbeitsplatz von dort aussieht.

bov
Wussten Sie schon?
Berliner kennen einhundert verschiedene Wörter für die Abneigung gegen Schnee!

WstonesOxfordSt
If you fall in the forest and there's nobody around to hear it, then what just pushed you? You aren't alone in the forest. Run, if you can.

rock_galore
Dorfbäckerei. Eine Ortsfremde lässt sich die Auslage erklären. Die Stimmung in der Schlange ist angespannt. Antonia Rados berichtet.

dogfood
Der Club wird übermütig. Tore für vier Siege in einer Partie rausschleudern.

dondahlmann
Ich packe den Koffer & lege rein: Kameraausrüstung, Laptop, iPad, Telefon, Ladekabel, Akkus, Adapter. Leider voll. Dann halt ohne Klamotten.

GrumpyMerkel
Warum muss sowas wie mit dem ADAC jetzt passieren, wo Pofalla weg ist? Unser fähigster Aufklärer!

peterbreuer
Der Imageverlust des ADAC ist ein herber Schlag für die Treppenliftbranche.

herrrpunkt
Ich warte immer noch auf den Moment, in dem es nützlich ist zu wissen, daß der Fisch von Cpt. Picard "Livingston" heißt.

simonblackwell
The older I get, the more I realise that the greatest gift you can give someone is the simple gift of two million pounds.

kass_andra
als ob der Schock, Berlin verlassen zu haben, nicht schon groß genug ist, sind Menschen in anderen Städten auch noch freundlich und nett.

nutellagangbang
"Rühr das mal um!"
"Im S41- oder S42-Sinn?"

himmelkreis
Keine Schokolade im Haus. Blackout. Leichenteile überall. Ihr kennt das.

HausOhneFenster
Mir gefällt die Stimme der Vernunft akkustisch eigentlich gar nicht.

WilliamShatner
@J_Honesttone: why was it important to save the Humpback whales?" It wasn't; just needed to use transparent aluminium for product placement.

Ute Weber
Es geht nichts über einen ordentlich durchstrukturierten Tag.
Das Muster ist so hübsch, vom Sofa aus betrachtet.

HausOhneFenster
Heutzutage kann man sich ja gar nicht mehr vorstellen, wie das Leben ohne Updates überhaupt möglich war.

Buddenbohm
Gehe gleich bei Regen raus. Wie so'n Typ aus dem Outdoor-Prospekt.

peterbreuer
Die englische Entsprechung des Fliegenklappen-Idioms heißt "killing two birds with one stone". Ich glaube, die sind geschickter als wir.

Snow_One
Eigentlich bräuchte man jemand dritten beim Sex dabei, der für das Reichen der Utensilien und den Dirty Talk zuständig ist.

ohaimareiki
in flensburg geblitzt worden. papa lacht seit 10 minuten.

mithos09
'Die immer extremeren Auswüchse der Realpolitik gefährden zunehmend die Glaubwürdigkeit der Satire.'

Naum_Burger
Bei all den ungelesenen Büchern, die man so hat, kann man nur hoffen, dass man unsterblich ist.


Donnerstag, 30. Januar 2014

Augenöffnend

Das Klingeln des ersten Weckers reißt mich aus dem Schlaf, mit geschlossenen Augen betätige ich die Schlummertaste. Ich mag die Schlummerzeit nicht, die dieser Wecker hat, sieben Minuten sind mir einach zu lang, aber da ist ja noch der zweite Wecker. Der leider keine Schlummertaste hat. Langsam öffne ich meine Augen, tippe vorsichtig die Nachttischlampe an, ja darauf bedacht, nicht gleich vom Licht geblendet zu werden. Meine Augen sind verklebt und mein Blick irgendwie ein bisschen schlierig, aber das ist nichts Neues. Eher normal, jetzt, wo ich seit Wochen erkältet bin und diesen Schnupfen einfach nicht losbekomme.

Die Morgenroutine ist auf die Spätaufstehversion runtergespeckt. Das heißt, Tee fürs Auto kochen, Klamotten für den Tag ins Bad bringen, schnell Zähne putzen und Gesicht waschen, alles was sich problemlos tun lässt, ohne dass ich erst die Brille aufsetzen muss. Der Sprung unter die Dusche, anziehen, Haare in Form bringen, Kontaktlinsen rein, fert...

Mein Blick geht zum Waschbeckenrand, wo der Kontaktlinsenbehälter normalerweise steht. Gut, das tut er auch an diesem Morgen, aber mein Gehirn stoppt abrupt, um die Antwort auf die banale Frage zu finden: Warum ist das Ding offen?

Während ich weiterhin ungläubig auf das weiße Plastikgefäß und die säuberlich daneben drapierten Schraubdeckel starre, kommt mir die Erkenntnis. Du hast vergessen, deine Kontaktlinsen rauszunehmen. Der Blick in den Spiegel - und komischerweise fühlt sich das in der Erinnerung wie Zeitlupe an - bestätigt dies. Was natürlich den schlierigen Blick erklärt.

Mitten in diese Schlußfolgerungen hinein nimmt mein Leben und Bewußtsein wieder Normalgeschwindigkeit auf. Ich entscheide mich, die Kontaktlinsen rauszunehmen und ein neues Paar einzusetzen - ein Wechsel war sowieso in ein paar Tagen fällig.

Danach greife ich zu Tee, Schlüssel, Tasche und alles ist zurück auf normal. Bis auf die Tatsache, dass ich mich frage, wieso ich die Kontaktlinsen nicht rausgenommen habe, wenn es doch normalerweise eines der ersten Dinge ist, die ich tue, wenn ich nach Hause komme.


Montag, 13. Januar 2014

Sherlock - His last vow: Kurzreview

Okay, da ich nicht schlafen kann, bevor ich nicht ein paar Gedanken zu dieser Folge losgeworden bin, hier also meine ersten ungefilterten Eindrücke. Rein vom handwerklichen und auch erzähltechnischen ist diese Folge immer noch großartig, d.h. man kann die Folge tatsächlich diesbezüglich empfehlen. Nur von der emotionalen Seite her nicht und ich weiß nicht, was es mit Steven Moffats Schreiben auf sich hat, dass ich gerne große Teile der Handlung ignorieren möchte.

Was mich am meisten stört, ist, dass sich die Dynamik zwischen John und Sherlock geändert hat. Dies wird bereits am Anfang deutlich, wenn klar wird, dass John seit einem Monat keinen Kontakt zu Sherlock hatte - Mrs Hudson hatte Recht. Eine Hochzeit ändert doch alles. Es wird aber noch deutlicher, als John sich entscheidet, trotz allem bei Mary zu bleiben. (Und Mary mag zwar so auf Sherlock geschossen haben, dass dieser eine Überlebenschance hatte und auch den Notruf angerufen haben, aber Sherlock hatte bereits einen Herzstillstand, die Ärzte hatten bereits aufgegeben. Und ihre Reaktion im Krankenhaus wirkte jetzt auch nicht wie bei jemanden, der erleichtert ist. Vor allem weil ihre erste Amtshandlung ist, sicherzustellen, dass Sherlock nichts John erzählt.)

Und damit ist diese Freundschaft anders als in den Büchern: Denn da hat Sherlock Holmes Priorität vor Mary Morstan. Genau genommen geht es in dieser Folge nur darum, dass Mary Morstan für John Watson wichtiger ist als Sherlock Holmes. Was mich angesichts der Tatsache, dass sie die zweite Folge genutzt haben, beide als gleichwertig in John Watsons Leben darzustellen, einfach nur aufregt.

Können wir übrigens einmal kurz darüber reden, was für Arzt John Watson ist? Gut, dass er die Schwangerschaft bei seiner eigenen Frau nicht erkennt - geschenkt, das kann ich noch nachvollziehen. Aber sein bester Freund ist angeschossen, verschwindet kurz darauf aus dem Krankenhaus und John ist beim Wiedersehen nicht einmal besorgt um ihn. Noch nicht einmal als Sherlock Mrs Hudson nach Morphium fragt? Sherlock ruft sich selbst den Krankenwagen. Und nein, ich möchte das nicht damit entschuldigen, dass John gerade herausgefunden hat, dass seine Frau ihn angelogen hat.

Es ist also in dieser Staffel die dritte Folge, in der deutlich wird, wieviel John Watson Sherlock Holmes bedeutet. Er sagt nicht, wer ihn angeschossen hat. Er überlässt den USB-Stick John Watson. Er tötet für John Watson. Letztendlich erfüllt er den Schwur, den er John und Mary am Tag ihrer Hochzeit gegeben hat. Und alles für einen Mann, der es nicht schafft, Kontakt zu seinem besten Freund zu halten.

Es wird von vielen immer wieder die grandiose Freundschaft zwischen Sherlock Holmes und John Watson als Grund für die Popularität der Geschichten beschrieben. Mein Grund war immer das Genie Sherlock Holmes. Und wenn ich mir anschaue, wie einseitig die Freundschaft in der dritten Staffel war, bleibt das auch der Grund. Vor allem weil für mich inzwischen John Watson der selbstsüchtigere und egozentrischere von beiden ist.

Ach ja, was das Moriarty-Ende angeht: Ich bin absolut davon überzeugt, dass Moriarty tot ist. Irgendjemand (normalerweise würde ich auf Sebastian Moran tippen) nutzt nur sein Bild.

Montag, 6. Januar 2014

Sherlock - The sign of three: Kurzreview

Ehrlich gesagt, bin ich mir noch nicht so recht im Klaren darüber, wie ich diese Episode einordnen soll. Das liegt zum einen daran, dass ich gestern nacht nur einen wahnsinnig langsamen und stockenden Stream erwischt habe, der dann tatsächlich auch eine Folge Sherlock langatmig werden lässt. Und das liegt zum anderen daran, dass mir diese Folge tatsächlich sehr das Herz bricht. Fast noch mehr als Reichenbach, denn da wussten wir ja, dass Sherlock irgendwann zurückkehrt. Wie wurde es anderswo schon formuliert: Diese Episode ist ein Liebesbrief an John. Und man sieht, wie Sherlock an allen Ecken und Enden sicher stellt, dass Mary und John die perfekte Hochzeit haben. Aber auf der anderen Seite wird immer wieder deutlich gemacht, wie sehr eine Hochzeit alles ändert und dass Sherlock allein zurückbleibt (und mir rollen die Tränen.)

Dabei legt es die Folge gar nicht so sehr darauf an. Stattdessen geht sie den humorvollen Weg: Sherlock, der mit Youtube lernt Servietten zu falten; Sherlock, der Marys Ex-Freund einschüchtert, der Junggesellenabschied etc. Aber es sind eben auch sehr viele rührende Szenen dabei: Lestrade, der alles stehen und liegen lässt und mit der Kavallerie anrückt, weil Sherlock ihm ein "Please help me" schickt. John, der ihn fragt, ob er sein Trauzeuge werden möchte und ihm dabei erklärt, dass er natürlich sein bester Freund sei. Und tatsächlich auch die Trauzeugenrede.

Es werden auch mehrere Fälle erwähnt, zwei auch näher beleuchtet, und es gab auch hier keine Toten. (Ich finde, dass gehört durchaus einmal erwähnt, da es in praktisch jeder anderen Krimiserie nur um Mord und Totschlag geht.)

Ich ziehe auf jeden Fall den Hut vor den Schreibern, denen es gelungen ist, die Beziehung zwischen John, Mary und Sherlock so nett, funktionabel und angenehm zum Zuschauen zu schreiben, ohne Fremdschämmomente, sondern einfach so, dass man alle drei Knuddeln möchte.

Ich grübele allerdings noch immer ein wenig, was ich wirklich von Mary halte. Einerseits mag ich sie - und auch hier muss man den Schreibern gratulieren, dass sie es hinbekommen haben, sie zu schreiben, ohne dass sie als störendes Element wirkt. Und zugegebenermaßen war sie selbst auf ihrer Hochzeit nur eine Nebenfigur. Andererseits rechne ich eigentlich ziemlich sicher mit ihrem Tod, schließlich überlebt sie auch im Canon nicht, weswegen ich mich auch gar nicht so sehr bemühe, sie irgendwie noch näher in mein Herz zu schließen.

Okay, jetzt bleibt eine knappe Woche Zeit, alles sacken zu lassen, denn am Sonntag kommt dann mal wieder die vorerst letzte Folge von Sherlock und wer weiß, wie lange wir diesmal warten müssen.

Freitag, 3. Januar 2014

Twitterlieblinge Dezember 2013

Buddenbohm
Da will man 2, 3 Romane umsortieren - und schon steht man stundenlang auf einer Großbaustelle. Und warum liegen hier überall Bücher herum?

charlie_whiting
I really don't know what the problem is in New Jersey. Is raising $100M for a race that won't generate profits for the promoter difficult?

Kropunder
Wie klug man formuliere kann. Bis man es aufschreiben soll.

peterbreuer
Wenn man sich so drei, vier Jahre ununterbrochen mit einem Hamburger unterhält, dann taut der irgendwann richtig auf.

peterbreuer
Pussy Riot frei, Chodorkowski begnadigt, Asyl für Snowden. Wenn Putin jetzt noch mit seinem Freund zusammenzieht, ist Obama erledigt.

bosch
NPD-Apfel zurückgetreten, Pussy Riot frei. Schon toll, wass die #GroKo alles in so kurzer Zeit bewegt hat.

Ingeborch
Der Weg zu den guten Vorsätzen ist mit Keksen gepflastert.

HausOhneFenster
Vermutlich kennt überhaupt niemand das Ende vom Lied.

akkordeonistin
Da ich mich schwer an Veränderungen gewöhne, gehe ich vorläufig den gewohnten Weg im umgebauten Supermarkt und kaufe etwas andere Produkte.

udovetter
Das Verfassen von Texten für Geld ist schon eine angenehme Sache. Wenn nur das Verfassen der Texte nicht wäre.

UteWeber
Besinnlichkeit, die: Fähigkeit, sich selbst im größten Stress noch darauf zu besinnen, das Adventskalendertürchen zu öffnen.

bov
"Pflegebeauftragter der Bundesregierung". Doch schon so schlimm?

himmelkreis
Ist es nicht erfrischend, von sich behaupten zu können, dass man diese Regierung nicht gewählt hat?

klatschrose
"aber es macht sinn." "dann mach ich nicht mit."

Markgatiss
The message of Rudolf has always troubled me. The other reindeer only loved him AFTER Santa promoted him. They're so shallow.

HausOhneFenster
Mittlerweile kann man schon am Thema einer Talkshow erkennen, wer die Gäste sein werden.

GebbiGibson
"Treuepunkte?"
"Nein."
"Sammelbilder?"
"Nein."
"Kassenbon?"
"Nein."
"HELGA, WIR HABEN HIER EINEN QUERULANTEN!"

vergraemer
Je länger ich dir zuhöre, desto klarer wird mir das "zäh" in "erzählen".

ohaimareiki
ich will nicht sagen, dass mir zu viel freie zeit nicht gut tut, aber ich habe gerade "duschen" auf die morgige to-do-liste geschrieben.

26is dancier
Noch keine Terrorwarnung für Weihnachtsmärkte?! Man merkt dass wir nur eine kommissarische Regierung haben.

gigold
"Inseln sind vom Festland abgeschnitten" ... ich würde mal behaupten: daran ist nicht #Xaver schuld, sondern so grundsätzlich das Meer.

Donnerstag, 2. Januar 2014

Sherlock: The Empty Hearse - Kurzreview

Um es vorweg zu nehmen: Auch wenn dies nur eine Kurzkritik nach dem ersten Sehen ist, wird sie sicherlich nicht spoilerfrei bleiben. Wer also nur wissen will, ob er sich die Folge anschauen sollte, dem sei gesagt, dass sie nach meiner persönlichen Einschätzung so auf dem Level von "Study in Pink" und "The Great Game" liegt, die bei mir im Lieblingsranking Platz 2 und 3 einnehmen.

So und jetzt versuche ich es tatsächlich bei einer Kurzkritik zu belassen, denn schon jetzt nach dem ersten Sehen sind so viele Aspekte vorhanden, die man diskutieren kann. Was natürlich auch daran liegt, dass diese Folge unheimlich vollgepackt wurde. Nach etwa einer halben Stunde war ich beispielsweise etwas fassungslos beim Blick auf die Uhr, denn es war bereits so viel passiert. Das Erzähltempo ist ähnlich wie bei Reichenbach, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass es an zwei, drei Stellen nicht gepasst hat, die Szene einen Tick zu lang war. Das kann natürlich auch an der Uhrzeit liegen: Bis ich zuhause war und einen passenden Stream gefunden hatte, war es fast zwei. Andererseits könnte es auch ein Beispiel für das Herr-der-Ringe-/Deathly-Hollows-Phänomen sein - man möchte endlich das der Handlungsstrang weitergeht, sodass man die erzählerischen Nuancen nicht wertschätzt. Beim zweiten Sehen kann man seine erste Einschätzung diesbezüglich nicht nachvollziehen.

Es gab auch ein paar Dinge, die ich nicht mochte - Andersons Vorname, Sherlocks Eltern - allerdings nichts derartig Gravierendes, dass ich es aus meinem persönlichen Headcanon einfach lösche. Was ich auch nicht hundertprozentig gelungen fand, war Sherlocks Auftauchen bei John. Zum einen hätte er meiner Meinung nach sehen müssen, dass er da gerade ein Date zerstört, zum anderen war es mir einen Tick zu albern. A propos Date: Mary Morstan hatte ihren ersten Auftritt. Ich hatte vorher mit einer Freundin schon die Diskussion, dass es möglicherweise problematisch ist, die echte Partnerin von Martin Freeman für diesen Part zu casten, weil man nicht weiß, ob man nun tatsächlich John und Mary oder Martin und Amanda sieht. Letztendlich bleibt diese Frage auch nach dem Sehen offen, es wirkt auf jeden Fall sehr lebensecht. Was ich ein bisschen schade fand, dass Mary die erste Frauenrolle war, bei der wir nicht schon beim ersten Sehen gleich mehr Hinweise auf eine Backstory bekamen. Bei Molly Hooper - Pathologin, verliebt in Sherlock - hatte ich gleich den Eindruck des schüchternen Bücherwurms. Sally Donovan - eine schwarze Frau, die es zum Sergeant in relativ jungen Jahren geschafft hat - es gibt einige Theorien bzgl. ihrer Animosität gegen Sherlock. Oder Mrs Hudson - sie heuert einen Privatdetektiv an, um die Verurteilung ihres Mannes zu sichern. Dagegen bleibt Mary Morstan farblos, allerdings hat sie das auch mit ihrer literarischen Vorlage gemein. Sie hat zwei Szenen, wo sie für mich interessanter wurde, aber ich möchte hier noch die anderen Folgen abwarten, bevor ich abschließend etwas sage.

Was natürlich sofort wieder ins Auge fällt, sind die gesammelten Hinweise auf die Originalwerke Doyles sowie einige Adaptionen: Ein paar der offensichtlichen wären Mycrofts Mitwisserschaft, seine Beschwerde über die "legwork", A case of identity, dass die Wohnung so geblieben ist, das Deduzieren der Mütze, The conundrum of coach 13 (ein Pastiche, dessen Hörspiel/Hörbuch-Version von Benedict Cumberbatch gelesen wird)... Was mich persönlich sehr gefreut hat (denn ich hatte zwischenzeitlich mich mal wieder über ein paar Elementary-Folgen geärgert), war die Tatsache, dass Sherlock praktisch nur private Fälle bearbeitet hat und nur einen für die Polizei. Und auch die Anzahl der Toten hielt sich in erfreulich niedrigen Bahnen. Ein Agent, der aber Off-Screen gestorben ist, als er die Terrorwarnung durchgegeben hat (und da gehört es ja gewissermaßen zum Berufsrisiko) sowie eine weitere Leiche, die aber natürlich gestorben und dann für Sherlock drapiert worden ist.

Alles in allem (und ich möchte die Bedeutungsspanne von Kurzkritik nicht allzu weit ausdehen) lässt sich sagen: Sie haben es nicht verlernt. Was eigentlich die beste Nachricht ist, denn dann kann man praktisch sicher sein, dass man auch in den beiden anderen Folgen nicht enttäuscht wird.

Edit: Ich habe inzwischen ein paar der offiziellen Kritiken gelesen sowie auch die Meinungen so bei tumblr angelesen - und frage mich bei manchen wirklich: Habt ihr die ganze Folge gesehen? Oder habt ihr vergessen, dass es bei Sherlock auf alle Details ankommt? Da wird nicht mit roten Pfeilen auf Hinweise gezeigt, wie in manch anderen Serien. Und wie um alles in der Welt kommt man darauf, dass Sherlock sich eigentlich nichts aus John macht? Vor allem wenn als Beweis eine Szene angeführt wird und die restlichen 80 Minuten vollkommen ignoriert werden.

Was ich persönlich sehr interessant fand: Als die letzte Staffel begann, waren die Kritiken allesamt begeistert von Scandal, während ich zumindest die zweite Hälfte schwach fand. Es fanden sich auch Leute, die meine Meinung teilten, aber irgendwie war das noch eine gesunde Diskussion. Jetzt habe ich den Eindruck, dass auf der einen Seite die Leute stehen, die begeistert von der Folge waren (wozu ich mich jetzt zählen würde) und auf der anderen Seite - vollkommen unversöhnlich - diejenigen, die förmlich von dieser Folge entsetzt waren. Wobei ich durchaus Verständnis dafür habe, dass man eine Folge nicht mag, aber der Ton, in dem auf diese Folge geschimpft wird, suggeriert man wäre gerade persönlich und mit Vorsatz von den Machern aufs Übelste beschimpft worden. Mein heutiger Eindruck war auf jeden Fall, dass ich im Moment auf tumblr nicht diskutieren kann, weil ich keine Lust habe, mich mit Idioten abzugeben, die keine andere Meinung gelten lassen. Stattdessen erfreue ich mich dort einfach nur an den gifs.

Sonntag, 29. Dezember 2013

Jahresrückblick

Es gibt diese Idee, dass man am Anfang eines Jahres ein Glas aufstellt und jedes Mal, wenn man einen glücklichen Moment hatte, diesen auf einem Zettel festhält und in dieses Glas fallen lässt. Wenn es einem schlecht geht oder am Ende des Jahres kann man dann diese glücklichen Momente noch einmal Revue passieren lassen.

In gewisser Weise wünsche ich mir im Moment, ich hätte dies mit 2013 gemacht. Ein Glas, in dem all die kleinen Momente aufbewahrt sind, die mir jetzt nicht mehr einfallen, wenn ich über das vergangene Jahr nachdenke. Denn wirklich in Erinnerung geblieben sind mir eigentlich nur zwei Dinge: Eine Hochzeit und eine Begegnung.

Natürlich, wenn ich länger darüber nachdenke, dann fallen mir auch noch kleinere Momente ein. Kirschenessen auf dem Spielplatz, eine Teestunde, ein Ergebnis, ein Taschengeschäft ...

Doch das sind eher so kleine Dinge. Dinge, die natürlich meinen Tag, mein Leben bereichern und die mich tatsächlich auch jetzt noch zum Lächeln bringen. Aber sie verblassen angesichts dessen, dass auf der Negativseite des Jahres die ganz großen Dinge stehen: Tod, Krankenhaus, Krankheit. Und alles nicht einzeln, sondern in geballter Form, bei Menschen, die einem nahestehen, die einem viel bedeuten.

Deswegen zähle ich die Stunden, bis ich dieses Jahr abhaken kann. Immer ein bisschen in banger Erwartung, ob noch eine Hiobsbotschaft kommt oder ob diese letzten Stunden vergehen, ohne dass man irgendwann fassungslos an einem Telefonhörer hängt.

Natürlich ist mir bewusst, dass sich viele dieser Dinge bis ins nächste Jahr ziehen werden, ohne das es Erfolgsgarantien gibt. Aber da ist auch die Hoffnung, dass es besser wird, dass Dinge sich zum Guten wenden, dass nichts mehr dazukommt.

Und natürlich ist da das Wissen, dass es jetzt schon Dinge gibt, auf die ich mich freue, die mich optimistisch ins neue Jahr blicken lassen. Das ist ein Treffen mit Freunden, die weit weg wohnen, das ist so etwas Simples wie eine Fernsehserie, das ist das Wissen von einem Rehatermin, das ist eine selbstgesteckte Herausforderung.

Ich mag Silvester nicht. Ich bin kein Freund davon, dass man mir sagt, an diesem Tag musst du fröhlich und ausgelassen sein. Aber ich denke, dieses Jahr werde ich gern auf ein frohes neues Jahr anstoßen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein wunderbaren Start und ein fantastisches Jahr 2014.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Kundenservice

Ich bin seit ein paar Tagen auf der Suche nach einem neuen Wintermantel. Beispielsweise verbrachte ich den letzten Samstag in echten Geschäften und musste festellen, dass ich im typischen Alptraum eines Kunden gefangen war - Sachen, die passten, gefielen nicht so recht, Sachen, die gefielen, passten nicht. Nach fünf oder sechs Läden hatte meine Begeisterung für dieses Unterfangen ganz stark nachgelassen, weswegen ich mich entschied, mal online nach einem Mantel zu suchen.

Zwar lief online das Ganze ähnlich ab wie in den Geschäften, aber wenigstens taten mir die Füße dabei nicht weh und ich musste mich nicht mit Menschenmassen auseinandersetzen. Irgendwann war mir das Glück dann doch hold und ich fand nicht nur einen, sondern sogar zwei Mäntel, die mir gefielen. Da die Kundenrezensionen davon sprachen, dass die Größen klein ausfielen, bestellte ich beide in zwei Größen und legte ein Kundenkonto an.

Etwas überrascht war ich ob der Zahlungsmöglichkeiten: Rechnung, Paypal, Nachnahme und Bankeinzug, keine Kreditkartenzahlung. Da ich vorhatte, mindestens zwei der Mäntel zurückzuschicken, entschied ich mich für Rechnung - ich würde dann lediglich den Mantel bezahlen, den ich tatsächlich behalte und nicht für Dinge in Vorkasse gehen, die ich am Ende gar nicht nehme. (Ich hätte erwartet, dass man mir als Erstkunden diese Option gar nicht lässt, aber gut.) Versand sollte mit Hermes in 3-5 Tagen erfolgen, leider nur an meine Heimadresse, weil andere Lieferadressen erst ab der zweiten Bestellung zugelassen waren. So weit, so gut.

Ich erhielt eine Bestellbestätigung und wartete. Wartete zumindest auf eine Nachricht, dass meine Bestellung bearbeitet und versendet wird, die Art von E-Mails, die man bei anderen Online-Shops ständig bekommt. Nach vier Tagen war es dann mit meiner Geduld vorbei und ich loggte mich bei meinem Kundenkonto ein. Und las "Bestellung gesperrt". Weswegen ich dann beim Callcenter anrief.

Abgesehen davon, dass die Dame am anderen Ende schon ein bisschen unfreundlich wurde, als ich ihr meine Kundennummer nicht nennen konnte - wie auch, sie steht nämlich nicht irgendwo sichtbar im Online-Kundenkonto -, erklärte sie mir dann, dass die Bestellung nur gegen Nachnahme versendet werden könne und man hätte mir doch am Montag noch meiner Bestellung einen Brief geschrieben.

Einen Brief.

Bei einem Onlinekauf.

Wenn die E-Mail-Adresse offensichtlich bekannt ist.

Dass ich von dieser Art der Kundenbehandlung nicht begeistert war, teilte ich der Dame dann auch mit.

Nur so: Ich habe kein Problem damit, dass ein Shop bei Neukunden oder bestimmten Warenwerten auf Nummer sicher gehen möchte, aber ich habe ein wahnsinnig großes Problem damit, wenn ein Onlineshop mir davon in einem Brief berichtet und ich letztendlich ein kostenpflichtiges Kundencenter anrufen muss, um Auskünfte über meine Bestellung zu erhalten und dieses Gespräch dann sicherlich auch nicht gerade in die Annalen von positivem Umgang mit Kunden eingehen wird.

Der Brief ist bis heute nicht angekommen. (Nicht, dass ich ein Freund der Post wäre, aber drei Tage Laufzeit sind schon ein wenig lange.) Ich habe inzwischen meine Bestellung storniert und werde mich am Samstag wieder in echte Läden begeben.

Besagten Shop habe ich aufgefordert, mir die Löschung der Daten zu bestätigen.

Notfalls auch mit Brief.

Ergänzung:
Auch in Bezug auf meine Bitte der Datenlöschung reagierte der Shop nicht gerade vorbildlich. Ich bekam eine nichtssagende Textbaustein-E-Mail, bei der man auf den Datenschutz verwies und um Verständnis bat. Leider hatte ich kein Verständnis, denn mir wurde ja nicht einmal erklärt, worin denn ein Datenschutz-Problem bestehen würde, und ich teilte dies auch in einer Antwortmail mit. Anscheinend wurde diese dann an jemanden weitergeleitet, der eine bessere Schulung mitgemacht hatte. Man bot mir an, dass ich die Mäntel nun doch gegen Rechnung kaufen könne. Nun ich wollte trotzdem nicht, u.a. weil ich den Mantel auch zwei Tage später gebraucht hätte, schrieb dieser Dame aber auch noch einmal, dass mein Ärger weniger von der Änderung der Zahlungsmethode herrührte, sondern der Art, wie diese kommuniziert wurde, und dass ich auch die Textbaustein-E-Mail als unverschämt empfand. Inzwischen kam eine E-Mail, bei der man mir in Bezug auf die Kommunikation recht gab und dies intern wohl verbessern wollte, mir die Löschung meiner Daten bestätigte und mir auch noch einen Gutschein in unbekannter Höhe anbot, falls ich doch wieder Kunde werden wollen würde. Will ich zwar immer noch nicht, aber anscheinend besteht für den Shop noch Hoffnung.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Twitterlieblinge - November 2013

UteWeber
Was mir schlaflose Nächte bereitet: Die Ankündigung, dass eine siebenteilige Serie in Doppelfolgen ausgestrahlt wird.

meterhochzwei
Habe hier das Horoskop 2014 für euch:

Dinge werden passieren.

Jetteken
Ich würde ja gerne schlafen gehen, aber meine Haare locken sich gerade so schön.

Bopuc
The german word for Customer Service is Nein.

astefanowitsch
Die Mehrheit der Deutschen ist mit dem Koalitionsvertrag zufrieden. Die Minderheit hat ihn gelesen.

Snow_One
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Sven und Jens eigentlich der selbe Name sind.

UteWeber
So ein Schal ist doch auch nur ein sehr langes und flaches Kuscheltier.

DerWachsame
"Die Merkel spricht im ZDF" - "Was sagt sie denn?" - "Leg mir nichts in den Mund. Ich sagte, sie spricht, nicht, dass sie was sagt!"

Louis_CK_Comedy
Madonna is 55 and her boyfriend is 22. Jennifer Lopez is 43 and her boyfriend is 26. Dont worry if you're not dating, they might not be born

peterbreuer
Die Spülmaschinentabs mit 7 Funktionen kosten dasselbe wie mit 5 Funktionen. Überzeugt kann Calgon von den beiden Funktionen nicht sein.

DonDahlmann
Vorschlag: Die Parteien verhandeln erst einen Koalitionsvertrag und dann stimmen die Bürgr über die Vorschläge ab. Nicht mehr umgekehrt.

bov
Wenn die Amis schon Frau Merkel abhören, könnten sie uns wenigstens verraten, was sie denkt und wie sie politisch so drauf ist.

Buddenbohm
Wasserkocher anschalten, um einen Kaffee zu kochen. Was auf Twitter nachlesen. Wasserkocher anschalten. (Ich bin bei Runde vier)

ohaimareiki
ich vermute ja, dass man gar nicht spontan explodiert, wenn man in der Wartezeit am bahnhof kein buch kauft, aber warum das risiko eingehen?

dasnuf
Ich gehe jetzt einen Pullover suchen. Gehe dabei logisch vor & räume alles we was nicht Pullover ist. Übrig bleibt der Pullover. #plan

katjaberlin
in mitte gibt es nur noch manufakturen. so als wäre die industrielle revolution nur bis wedding gekommen.

RalphVoss
Unsere Eltern brauchten unsere Namen nicht an ihr Auto kleben. Man kannte uns.

HausOhneFenster
Wir hatten damals ja nicht Yin und Yang, bei uns gab es nur diese schwarzen und weißen Magnethunde.

Freitag, 29. November 2013

Es ist offiziell ...

... ich werde das neue Jahr mit Schlafmangel beginnen. Denn heute wurde das Ausstrahlungsdatum für die 3. Staffel von Sherlock bekannt gegeben - und die erste Folge "The Empty Hearse" läuft am 01.01.2014.

Da ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach während der Ausstrahlung in einem Zug befinden werde und erst halb eins wieder in Berlin ankomme (somit sicherlich nicht vor eins zuhause bin) und am nächsten Morgen ab um neun arbeiten muss (d.h. spätestens um sieben aufstehen), kann ich nur hoffen, dass die Welt meine Einschätzung teilt und der 2. Januar ein ganz ruhiger Tag im Büro wird.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich am 30. mit dem Nachtzug fahre und grundsätzlich sehr schlecht in so etwas schlafe und auch Silvester nicht unbedingt als die Nacht bekannt ist, in der man wahnsinnig viel Schlaf bekommt.

(Gut, dass mein Körper bereits seit Wochen dafür zu trainieren scheint - ich wache regelmäßig nach nur vier Stunden Schlaf auf.)

Und nein, warten und sich die Episode erst am nächsten Tag anzusehen, ist keine Option.

(Und aus rein persönlichen Gründen finde ich es gut, dass die Ausstrahlung erst im neuen Jahr erfolgt: Denn dieses letzte halbe Jahr hat einfach in Sachen Familie wahnsinnig geschlaucht und ich zähle tatsächlich so ein wenig die Tage, bis ich unter 2013 einen Haken machen kann. Jetzt beginnt 2014 mit einem Highlight - ähnlich wie 2012 und da war ich fünf Wochen in Australien.)

Donnerstag, 28. November 2013

Geschichte einer Kekspackung

Ich hatte die Tage eine offene Kekspackung bei mir liegen. Chef1 kommt vorbei, fragt, ob er sich bedienen darf, zieht von dannen.

Am nächsten Morgen kommt Chef1 zu mir, gesteht, dass er weitere Kekse aus der Packung genommen hat, und verspricht, eine neue Packung mitzubringen. Diese landet auch im Laufe des Tages später.

Am Spätnachmittag des folgenden Tages ist mir nach Keksen zum Kaffee. Allerdings ist die Packung verschwunden. Ermittlungen im Kollegenkreis ergeben Chef1 als Tatverdächtigen. Damit konfrontiert, verspricht er Ersatz.

Die Ersatzpackung liegt inzwischen auf meinem Schreibtisch, noch ungeöffnet. Es kommt ein Anruf von Chef1. Ob er einen Keks haben könnte?